Ritual King
Augen zu und den Riffs hinterher. Ritual King aus Manchester verbinden erdigen Stoner Rock mit bluesiger Wärme, progressiver Psychedelika und gelegentlichen Folk-Anklängen. Das Trio lässt seine Songs wachsen: Aus schweren Grooves öffnen sich weite Klangräume, filigrane Passagen führen zurück zu druckvollen Gitarren. Musik, die zum Versinken einlädt und im nächsten Moment wieder ordentlich anschiebt. Seit ihrer Gründung 2016 bewegen sich die Briten dabei zwischen klassischem Hard Rock und der Lust, dessen vertraute Formen ein Stück weiter aufzubrechen.
Auf The Infinite Mirror (2023) bekommt diese Mischung besonders viel Raum. Fünf ausgedehnte Stücke beschäftigen sich mit Selbstsuche, inneren Gegensätzen und der Frage nach dem eigenen Platz im Ganzen. Schon der neuneinhalbminütige Opener „Flow State“ macht klar, dass hier niemand die Abkürzung sucht. Schwere und Ruhe greifen ineinander, Melodien ziehen sich durch die wechselnden Stimmungen – ein guter Anlass, sich vom nächsten Riff ein bisschen weiter tragen zu lassen.