Gravekvlt
Die Geisterbahn hat keinen TÜV mehr – aber wen interessiert das schon, wenn so etwas auf einen zurollt: Gravekvlt aus Nantes verbinden die finstere Seite des frühen Extreme Metal mit D-Beat-Punk und einer gehörigen Portion Rock’n’Roll. Black Metal trifft auf Old-School-Death, räudige Riffs auf eingängige Songs – dreckig, schnell und mit mehr Spaß am Unheil als Respekt vor Genregrenzen. Die vier Franzosen haben dabei auch Coldwave und Hard Rock im Gepäck. Als hätten sich die Metal-Pioniere der Achtziger nach der Probe heimlich noch ein paar ganz andere Platten aufgelegt.
Auf ihr selbstbetiteltes Debüt von 2023 folgte Full Moon Fever (2024). Ihre Vorliebe für alte Horrorfilme zieht sich ebenso durch die Musik wie der kompromisslose Rock’n’Roll-Gedanke: Verstärker aufdrehen, loslegen, keine großen Umwege. Auch live haben Gravekvlt diesen Ansatz längst durch europäische Clubs und über Festivalbühnen getragen. Wer Venom, Midnight oder Motörhead schätzt, dürfte sich in dieser Gruft ziemlich wohlfühlen.